Artenförderung über die Grenze

Interreg-Projekt - für den NABU Südbaden von Christine Hercher betreut

Bild: Christine Hercher
Bild: Christine Hercher

Das grenzüberschreitende Interreg Projekt «Ramsar Biodiversité/ Ramsar Biodiversität» wurde im Dezember 2021 nach dreijähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Im Fokus standen sechs gefährdete Tierarten (Kiebitz, Flussseeschwalbe, Wasserralle, Steinkauz, Bechsteinfledermaus und Laubfrosch) für welche die Projektpartner richtungsweisende Schutzmassnahmen auf beiden Seiten des Rheins umgesetzt haben.


Im Rahmen des Projekts – zu 50% durch die Europäische Union finanziert – wurden grossflächig Weiher, Nassmulden und Kiesinseln angelegt, ausserdem Bruthabitate ökologisch aufgewertet. Für den Steinkauz wurden insgesamt 250 Brutröhren zur Erweiterung der bestehenden Populationen an geeigneten Standorten sowie 165 Nistkästen für Kleinvögel aufgehängt. Dazu kam die Pflanzung von rund 100 Hochstammbäumen sowie die Anlagevon Kleinstrukturen in Steinkauz-Gebieten. Alle  Steinkauznisthilfen wurden in einer Datenbank erfasst und in ein Monitoring eingebettet.
Sowohl auf französischer wie auch auf deutscher Seite ist der Erfolg der Massnahmen für den Steinkauz dem Netzwerk von Ehrenamtlichen zu verdanken, welche sich mit viel Herzblut engagieren. Ihr Einsatz reicht vom Bau der Nisthilfen (vor allem im Elsass), über deren Installation und Betreuung sowie das Monitoring der Brutstandorte, der Pflege von Kontakten zu Grundstücksbesitzern bis hin zu zahlreichen Pflegeeinsätzen in Streuobstgebieten. Ohne Ehrenamtliche wäre die Anlage und Pflege der Steinkauz-Lebensräume gar nicht möglich.

Natur in der Ortenau bekommt Verstärkung

Natur und ihre Helfer*Innen vom NABU bekommen offizielle Unterstützung.

Foto: NABU
Foto: NABU

Als Ehrenamtskoordinator wird Markus Kauber aus Kehl die fünf Ortenauer NABU Vereine betreuen. Neben fachlichen Themen wird es auch um organisatorische Fragen wie Mitgliedergewinnung, Fördermittelakquise, Hilfe bei Stellungnahmen und interne organisatorische Abläufe gehen. Vorerst ist sein Arbeitsplatz mit einer halben Stelle im Bezirksbüro in Freiburg angesiedelt. Es war allerdings ein besonderer Wunsch der Ortenauer, dass eine lokale Präsenz geschaffen wird, um kurze Wege zu ermöglichen. Hierfür soll mittelfristig ein Büro in Offenburg gefunden werden. Der 48-Jährige ist selbst ehrenamtlich aktives Mitglied und Fledermausreferent des NABU Kehl-Hanauerland e.V. „Als Forstwirt bin ich in der IT und Erneuerbaren Energien-Branche gelandet und freue mich nun über die Möglichkeit, meine Leidenschaft auch beruflich umsetzen zu können. Dass mit der Entscheidung zur Vergrößerung des NABU Bezirks Südbaden nun auch das Naturschutzgebiet Taubergießen zu meinem Arbeitsbereich gehört, ist natürlich ein ganz besonderes Bonbon,“ so Markus Kauber. Aktuell stehen die Organisation eines Motorsägenlehrgangs für die Biotoppflege und das Kennenlernen aller Beteiligten ganz oben auf der Agenda.

Staufermedaille für Dr. Martin Neub

Ministerpräsident Kretschmann ehrt Dr. Martin Neub

Foto: Bernd Uhlmann
Foto: Bernd Uhlmann
Große Taten verdienen höchste Anerkennung: Für sein langjähriges und außerordentliches Engagement für den Naturschutz wurde NABU-Ehrenmitglied Dr. Martin Neub am 12. Mai 2022 in Emmendingen stellvertretend von Landrat Hanno Hurth mit der Staufermedaille ausgezeichnet.

 

Der NABU-Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel gratulierte und dankte dem Geehrten anlässlich der feierlichen Übergabe für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz: „Martin Neub versteht es auf hervorragende Weise, Menschen für die Natur zu begeistern. Wie wichtig Initiativen sind, die Landesgrenzen überwinden und Brücken zwischen Menschen bauen – wie Martin Neub dies beim Aufbau der Naturschutzstation am Taubergießen in Kooperation mit der LPO gelungen ist – sieht man gerade aktuell.“ Der Biologe gründete zuletzt in einer ehemaligen Zollstation an der Rheinfähre bei Kappel-Grafenhausen das NABU-Naturschutzzentrum Taubergießen und trägt durch die enge Kooperation mit der französischen Partnerorganisation des NABU zu einem länderübergreifenden Austausch bei.

 

Die Bremgartener Wiesen

Rettung für einen einmaligen Lebensraum

Foto: Bernd Uhlmann
Foto: Bernd Uhlmann

Wie eine Naturoase in einer intensiv bewirtschafteten Ackerwüste liegen die Bremgartener Wiesen. 250 Hektar – das entspricht  einer Fläche von rund 350 Fußballfeldern – stellen die größte zusammenhängende Falchland-Mähwiese in Baden-Württemberg dar.

Weiterlesen...

Ein neues Interreg-Projekt mit dem NABU Südbaden

Grafik: Bernd Uhlmann
Grafik: Bernd Uhlmann

NABU Südbaden auf Facebook

... und bei Instagram: