Wie eine Naturoase in einer intensiv bewirtschafteten Ackerwüste liegen die Bremgartener Wiesen. 250 Hektar – das entspricht einer Fläche von rund 350 Fußballfeldern – stellen die größte zusammenhängende Falchland-Mähwiese in Baden-Württemberg dar.

Durch die Pacht eines größeren Teil der Wiesen hat der NABU Südbaden endlich die Möglichkeit durch eine naturverträgliche Bewirtschaftung und Pflege die z.T. verlorengegangene Artenvielfalt und wertvolle Lebensräume zurückzuholen und zu sichern.

Der besondere Wert der größten zusammenhängenden "Flachland-Mähwiese" in Südbaden macht unter anderem die dort vokrommende Vogelwelt aus.

 

Braunkehlchen und Großer Brachvogel sind leider vor vielen Jahren aus den Wiesen verschwunden. Ein häufiger Brutvogel ist dagegen noch die Feldlerche, die in nahe der Wiese gelegenen Maisfeldern keinen Lebensraum mehr findet.

Ein besonders wertvolle Art ist die Grauammer, die aus vielen Teilen Deutschlands schon verschwunden ist und hier einen der letzten Brutplätze. Auch die Wachtel ruft regelmäßig aus dem hohen Gras und scheint hier zur Brut zu schreiten.
Der seltene Triel brütet ganz in der Nähe und besucht die mageren, steinigen Flächen zur Nahrungssuche.

Pressemitteilung vom 16. Februar 2022

NABU Nördliches Markgräflerland ist für Solarpark

NABU-Gruppe Nördliches Markgräflerland und NABU Südbaden engagieren sich für Klima- und Artenschutz in der Region

 

NABU Nördliches Markgräflerland spricht sich für Solarpark aus! Aber NICHT auf dem Flughafen Bremgarten! Es wäre eine ökologische Katastrophe. Der Flughafen und seine Wiesen sind ein überlebenswichtiges Revier für seltene Tier- und Pflanzenarten.

 

Blüten- und insektenreiche Wiesen sind wertvolle und stark bedrohte Lebensräume. Eine zunehmend intensive Landwirtschaft hat gerade am Oberrhein aus den allermeisten Wiesen Mais- und Spargelfelder werden lassen.

 

Die Bremgartener Wiesen sind das letzte große zusammenhängende Wiesenbrütergebiet in Südbaden. Das größte Vorkommen der Grauammer, eine er letzten Reviere der Wachtel, Futterrevier für den Triel und für die Kornweihe. Hier gab es bis vor kurzem noch den Großen Brachvogel, der ist bereits ausgestorben, soll es jetzt den anderen Vögeln auch noch an den Kragen gehen? Wo sollen die Tiere denn noch hin, wenn wir uns nicht mal die Mühe machen, Alternativen zu suchen? Dass weite Teile der Wiesen seit vielen Jahren Naturschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiet sind hat seinen guten Grund.

 

 Es ehrt ja die SPD Kreistagsfraktion und andere politische Gruppierungen, wenn sie behaupten, „ohne Klimaschutz gibt es eh bald keine Tierarten mehr.“ Aber heißt das im Umkehrschluss, wir sollen die letzten Juwelen des Naturschutzes dem Klimaschutz opfern? Wer sagt denn, dass der Satz nicht so lauten muss: „Ohne Artenschutz brauchen wir eh bald keinen Klimaschutz mehr“? Was würden wir ohne unsere Insekten machen? Schon jetzt haben wir über 80% unserer Insekten verloren. Für das Überleben jeder Art lohnt sich zu kämpfen. Und das gilt in besonderem Maße auch für unsere Vögel. Ein stummer Frühling ist nicht mehr weit, wenn der Artenschutz dem Klimaschutz vollständig geopfert wird. Aber es ist eben nicht einfach, mehrere Probleme auf einmal zu lösen, da fällt dem einen oder anderen Politiker eben nur die einfache Lösung ein, anstatt weiter zu denken. Warum gibt es noch immer keine Gesetze, Photovoltaik auf jedem Dach zu erlauben, vor allem auf Industriehallen, die der eigentliche Auslöser des Problems sind? Warum überdacht man nicht die vielen Parkplätze im Gewerbegebiet und baut auf diese Dächer PV Anlagen? Warum baut man keinen Solarpark auf dem stillgelegten Atomkraftwerk Fessenheim?

Warum ausgerechnet sollen die letzten Brutplätze vom Aussterben bedrohter Vogelarten vernichtet werden? Wir vom NABU wollen nicht, dass Wachtel, Feldlerche und bunte Schmetterlinge unseren nachfolgenden Generationen nur noch in Bilderbüchern und Märchen begegnen.

Der erste Satz im Umweltkapitel des Koalitionsvertrages lautet, dass der Schutz der biologischen Vielfalt eine Menschheitsaufgabe ist. Wir dürfen nicht den Klimaschutz gegen den Artenschutz ausspielen, wie es Martin Löffler von der SPD hier leider tut, sondern wir müssen Klimaschutz UND Artenschutz ernst nehmen, auch wenn das Kreativität und komplexes Denken erfordert. Wir sind gerne bereit, uns für einen Solarpark in Südbaden zu engagieren. Genau so sind wir aber bereit, für den Erhalt des letzten großen Wiesenbrütergebietes zu kämpfen. Der NABU Nördliches Markgräflerland ist also FÜR einen Solarpark aber entschieden DAGEGEN, die Juwelen des Naturschutzes für diesen Solarpark zu verschleudern. Wir müssen und werden bessere Lösungen finden.

 

Rainer Stoll

Mitglied des Vorstandes NABU Nördliches Markgräflerland

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