Natur ohne Grenzen

 

Schutz der Streuobstwiesen diesseits und jenseits des Rheins

 

Natur kennt keine Grenzen - das ist uns bewusst. Deshalb haben wir mit unserer fanzösischen Partnerorganisation LPO und dem Schweizer Vogelschutz (SVS) seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit zum Schutz der Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt.

Einen schönen Erfolg konnten wir im Sommer 2014 verbuchen: Unser trinationales Streuobstprojekt wurde am 13. Juni 2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Mit dieser Auszeichnung wird vor allem das Engagement der Ehrenamtlichen für den Erhalt der Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt im Dreiländereck gewürdigt. Die Auszeichnung erfolgte durch den Bürgermeister der Gemeinde Binzen. Die Ehrung fand auf der ersten Streuobstwiese statt, die der NABU Lörrach im Jahr 1992 gepachtet hatte.

Im März 2015 erhielt unser Projekt eine weitere hohe Auszeichnung: den Landesnaturschutzpreis Baden-Württemberg.

Mit dem Landesnaturschutzpreis würdigt die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg das beispielhafte Engagement von Naturschützerinnen und Naturschützern zum Erhalt der Streuobstwiesen und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in diesem Lebensraum.

Der NABU Bezirksverband Südbaden und seine Projektpartner wurden ausgezeichnet für die „Grenzüberschreitende Förderung der Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt“.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die sich bewährt

Streuobstwiese bei Lörrach
Streuobstwiese bei Lörrach

In Baden-Württemberg gibt es keinen gesetzlichen Schutz für Streuobstwiesen. Daher verschwindet diese alte, traditionelle Kulturlandschaft immer mehr. Jedes Jahr werden in Südbaden unzählige alte Obstbäume gefällt - mit ihnen verschwindet nicht nur das Wissen um alte Obstbaumsorten, sondern auch die Lebensräume vieler bedrohter Tierarten.

 

Diese Entwicklung wollen die drei Naturschutzverbände stoppen. Im Elsaß, der Nordwest-Schweiz und in Südbaden stimmen sie ihre Maßnahmen zum Schutz der Streuobstwiesen untereinander ab. Alte Streuobstwiesen werden gekauft und die Bäume so vor dem Fällen bewahrt. An anderen Stellen pflanzen wir neue, regionaltypische Hochstammbäume und sichern so die Zukunft des Lebensraums Streuobstwiese.

In unseren Streuobstwiesen kommt auch der Wiedehopf vor.
In unseren Streuobstwiesen kommt auch der Wiedehopf vor.

Nistkästen für Vögel und Fledermäuse werden auf unseren Streuobstwiesen aufgehängt, andere Tierarten werden durch die Anlage von Steinriegeln und Totholzhaufen gefördert. Damit die Streuobstwiesen ein reiches Insektenleben beherbergt, werden die Wiesen zwischen den Bäumen zu blütenreichen Wildwiesen umgestaltet. Dies hilft Bienen, Schmetterlingen und Käfern.

 

In der Gegend um Lörrach, am Schönberg bei Freiburg und im Kaiserstuhl sind so schon zahlreiche wertvolle Streuobstwiesen erhalten bzw. neu geschaffen worden. Doch wir stehen erst am Anfang und haben die nächsten Jahre noch viel vor!

 

Ein gemeinsamer Pflegetrupp aus ehrenamtlichen Mitarbeitern kümmert sich um den Schnitt der Bäume, die Wiesenmahd und um die vielen Nistkästen, die für bedrohte Tierarten aufgehängt wurden. Das Obst von unseren Streuobstwiesen verarbeiten wir zu NABU-Apfelsaft, den Sie in einigen Lebensmittelmärkten in Freiburg und Umgebung kaufen können.

Unser Projekt lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Wenn Sie Interesse und ein bisschen Zeit haben und unser tolles Team aus drei Ländern unterstützen wollen, dann melden Sie sich bei der Projektleiterin Christine Gottschling unter: christine.gottschling@NABU-bw.de oder Telefon 0761 503 677 47.

Ohne gesetzlichen Schutz: Eine alte Kulturlandschaft verschwindet
Ohne gesetzlichen Schutz: Eine alte Kulturlandschaft verschwindet

Streuobstbau ist eine Form des Obstbaus, bei welchem mit umweltverträglichen Bewirtschaftungsmethoden Obst auf hochstämmigen Baumformen erzeugt wird. Die Bäume stehen im Gegensatz zu niederstämmigen Plantagenobstanlagen häufig "verstreut" in der Landschaft.

 

In ihrer Vielfalt der Anbauformen sind Streuobstbestände prägender Bestandteil der mitteleuropäischen Kulturlandschaften. Für die mitteleuropäische Biodiversität spielen Streuobstbestände mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3.000 Obstsorten eine herausragende Rolle.

 

Neben ihrem landschaftsprägenden Charakter, der sie während der Blütezeit auch touristisch sehr reizvoll macht, sind Streuobstwiesen Lebensraum vieler gefährdeter Vogelarten, darunter Steinkauz, Wendehals und Gartenrotschwanz. In Südbaden siedelt an wenigen Stellen auch die stark gefährdete Zaunammer in Streuobstgebieten.

In unserer Projektbroschüre lesen Sie mehr über die Hintergründe und Erfolge unseres grenzüberschreitenden Projektes zum Schutz der Streuobstwiesen und ihrer Artenvielfalt

Projektbroschüre
.jubilaeumsausgabe_2014.pdf
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Zweimal jährlich erscheint ein Rundbrief, die ObstwiesenNews, in dem wir über das Projekt und seine Fortschritte berichten und die beteiligten Personen vorstellen. Die neuesten Ausgaben der ObstwiesenNews finden Sie hier zum Herunterladen.

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Die ObstwiesenNews gibt es auch auf französisch. Hier finden Sie die neuesten Ausgaben auf der Webseite unserer französischen Partnerorganisation, der LPO Alsace: Link zur LPO

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